Wie sicher sind Kinderanhänger für das Fahrrad?

Wer auch dann nicht auf das Radfahren verzichten will, wenn ein Kind zu transportieren ist, steht zunächst vor der Frage, ob er sich für einen Anhänger oder einen Kinder-Fahrradsitz entscheiden soll. Auf den ersten Blick erscheint ein Fahrradsitz praktischer; man setzt das Kind – selbstverständlich mit Helm – auf den Sitz, schnallt es an und fährt los, und auch ohne Kind kann man das Fahrrad weiter benutzen, denn der Sitz stört beim Fahren kaum. Im Gegensatz dazu muss ein Anhänger jedesmal an- und wieder abmontiert werden, und man muss sich bei der Benutzung eines Anhängers insbesondere in Kurven immer bewusst sein, dass man mit „Überlange“ fährt.

In puncto Sicherheit spricht jedoch alles für die Benutzung eines Anhängers: Dieser wirkt nämlich wie eine Schutzhülle für den jungen Fahrgast und bietet diesem dazu noch ein Mehr an Bewegungsfreiheit. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat in Crashtests herausgefunden, dass Anhänger den Kinder-Fahrradsitzen in Bezug auf Sicherheit um Einiges voraus sind, denn Kinder auf Fahrradsitzen fallen bei Unfällen mit großer Wahrscheinlichkeit auf die Straße, während Kinder in Anhängern mit einen Rundum-Schutz gesichert sind.

Aber bei den verschiedenen Fahrradanhängern gibt es auch Sicherheitsunterschiede. Auf folgende Aspekte sollte man beim Kauf auf jeden Fall achten:
– Die Räder sollten so abgedeckt sein, dass das Kind nicht mit den Fingern auf die Reifen oder in die Speichen greifen kann.
– Auch scharfe Kanten, an denen sich das Kind verletzen könnte, sollten nicht vorhanden sein.
– Eine breite Achse sorgt für Stabilität, und je niedriger der Schwerpunkt des Anhängers ist, umso weniger besteht die Gefahr des Kippens.
– Der Rahmen sollte zumindest an den Seiten so weit hochgezogen sein, dass er bei einem Überschlag die Funktion eines Überrollbügels übernimmt.
– So genannte Fünf-Punkt-Gurtsysteme, die aus einem Hosen- und einem Beckengurt bestehen, haben sich als sehr sicher erwiesen und sollten deshalb erste Wahl sein.

Die Benutzung eines weithin sichtbaren Wimpels erhöht die Sicherheit beim Radfahren mit Anhänger. Auch die Benutzung eines Helms sollte nicht vergessen werden. Achten Sie ebenfalls darauf, dass der Anhänger zumindest passiv beleuchtet ist. Vorgeschrieben sind Reflektoren für vorne (weiß) und hinten (rot) sowie Speichenreflektoren. Ein Rückspiegel, der die Beobachtung des Kindes während der Fahrt erlaubt, ist praktisch und trägt zur Beruhigung des Fahrers bei.

Eine Untersuchung der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2010 konnte die Sicherheit von Fahrradanhängern – gerade im Vergleich zu Kindersitzen – eindrucksvoll unter Beweis stellen. Der Test deckte jedoch gleichzeitig auf, dass die verwendeten Materialien, zum Beispiel für Gurte, Sitzpolster, Griffe, Seitenwände und Sichtfenster oft gesundheitlich bedenklich sind. Beim Kauf eines Fahrradanhängers sollte deshalb diesem Aspekt besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.