Lauflernräder

Bis der Nachwuchs das Gleichgewicht auf einem Fahrrad halten kann, muss nicht nur der Gleichgewichtssinn trainiert werden. Auch Ängste müssen abgebaut und Selbstvertrauen gefördert werden – und das geht am besten, indem man das Sturzrisiko minimiert, den Kindern ein Gefühl von Sicherheit vermittelt und den Spaß an der Sache gehörig in den Vordergrund stellt. Lauflernräder, die es inzwischen in allen möglichen Formen und Ausstattungen und für verschiedene Altersgruppen gibt, können dabei wertvolle Helfer sein.


Lernen durch Bewegung macht Spaß

Kinder besitzen einen angeborenen Bewegungsdrang, der sie dazu antreibt, ihre Umwelt zu erkunden. Neugier, Spaß und das Erlernen neuer Bewegungsmuster gehören beim Kind untrennbar zusammen. Das Lauflernrad springt da ein, wo die Fähigkeiten des Kindes noch nicht mit seinem Entdeckerdrang mithalten können. Es regt dazu an, aktiv das Gleichgewicht zu halten und auf Beschleunigung und Gewichtsverlagerung angemessen zu reagieren. Die kindlichen Gleichgewichtsorgane werden auf diese Weise gefordert und trainiert. Da die Zahl der Stürze durch die spezielle Konstruktion des Lauflernrades erheblich vermindert wird, werden Frust und Versagensängste auf ein Minimum reduziert, und der Spaß an der Bewegung steht im Vordergrund.

Das kindliche Gehirn lernt ständig

Gerade in den ersten Lebensjahren entstehen im kindlichen Gehirn zahllose Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen, die der Heranbildung von Gleichgewicht, räumlichem Sehen und der Einschätzung von Tempo und Bewegung dienen. Für diese Reifungsprozesse des Nervensystems ist es entscheidend, dass diese Fähigkeiten immer und immer wieder geübt werden, damit die entsprechenden Verbindungen sich herausbilden können. An der Entstehung des Gleichgewichtssinns ist ein winziges Organ im Innenohr beteiligt, das Meldungen über Lageveränderungen des Körpers an das Gehirn weiterleitet. Das Gehirn wiederum entscheidet, mit welchen Bewegungen der Lageveränderung begegnet werden soll, und steuert die Muskeln entsprechend. Was hier in den ersten Lebensjahren trainiert wird, entscheidet darüber, wie gut oder schlecht Gleichgewichtssinn, räumliche Wahrnehmung, Orientierungs- und Reaktionsfähigkeit später sein werden.

Sicherheit zuerst

Die Hersteller von Lauflernrädern bemühen sich um Sicherheit, dennoch bleibt die Verantwortung in erster Linie bei den Eltern. Ein Helm ist auch beim Lauflernrad Pflicht. Nicht nur, weil auch hier Stürze vorkommen können, sondern vor allem deshalb, weil die Kleinen so von Anfang an lernen, dass Fahrzeug und Helm zusammen gehören – sonst wird der unverzichtbare Schutz später vielleicht als lästige Pflicht empfunden. Und da Lauflernräder für die Jüngsten konzipiert sind, die noch nicht in der Lage sind, Gefahrensituationen zu erkennen und richtig einzuschätzen, ist es selbstverständlich, dass man sie nicht unbeaufsichtigt damit fahren lässt.